#Tag 751

Du darfst stolz auf dich sein.
Für all das, was niemand gesehen hat.

Ich glaube, ich habe lange nicht verstanden, was das eigentlich bedeutet.

Ich habe so oft nur auf das geschaut, was mir noch nicht gelungen ist.
Auf das, was ich noch verändern müsste.
Auf die Dinge, bei denen ich dachte: Da bin ich noch nicht weit genug.

Dabei gab es so vieles, das niemand gesehen hat.

Die Gedanken, die ich mit mir selbst ausgetragen habe.
Die Tage, an denen ich funktioniert habe, obwohl es in mir ganz anders aussah.
Die Momente, in denen ich mich selbst verloren und trotzdem irgendwie weitergemacht habe.

Ich habe lange versucht, meinen Wert an Dingen festzumachen, die man messen, sehen oder von außen bestätigen kann.

Heute lerne ich etwas ganz anderes:

Ich darf stolz auf mich sein.
Nicht erst, wenn alles gut ist.
Nicht erst, wenn ich „fertig“ bin.
Sondern auch für jeden kleinen Schritt, den ich gegangen bin, obwohl er schwer war.

Für den Mut, hinzusehen.
Für Entscheidungen, die wehgetan haben.
Für Grenzen, die ich erst lernen musste zu setzen.
Für das Loslassen von Dingen, die mir nicht gutgetan haben.
Und dafür, dass ich langsam beginne, mich selbst nicht mehr gegen mich zu stellen.

Vielleicht ist genau das Heilung:
sich irgendwann selbst für all das zu würdigen, was man viel zu lange klein geredet hat.

Und falls du das gerade selbst hören musst:

Du darfst stolz auf dich sein.
Auch für die Kapitel, von denen niemand weiß. 🤍

Ähnliche Beiträge

  • #Tag 744

    September 3, 2026 Manchmal musst du es einfach aushalten.Egal, wie es sich anfühlt.Früher war das für mich kaum auszuhalten.Traurigkeit wollte ich wegmachen.Einsamkeit wollte ich nicht spüren.Angst wollte ich betäuben.Leere musste irgendwie gefüllt werden.Ich habe lange geglaubt, ich müsste diese Gefühle irgendwie loswerden, damit es mir gut geht.Heute lerne ich etwas anderes.Ich darf traurig sein.Ich darf…

  • Meine Erkenntnisse aus 20 Jahren Selbstkasteiung

    Nun sitze ich vor dem leeren Blatt und überlege wo ich anfangen soll. Um ins Unterbewusste zu gelangen soll man 10 Minuten Schreiben ohne den Stift abzusetzen. Dann leg ich mal los….Ich habe in den letzten Jahrzehnten bestimmt 4 wirklich ernsthafte Versuche gestartet mich von der Esssucht zu lösen. Ich besitze unzählige Fachbücher, habe so…

  • #Tag 43/44

    Schmuddelwetter, der Oktober ist da. Der Abend/die Nacht in Berlin war sehr gut. Wäre mein Kater nicht in Leegebruch gewesen wäre ich auch gerne etwas länger in der Wohnung geblieben. Aber die Sehnsucht hat mich zurück getrieben. Hier ist es auch sehr schön und vor allem ruhiger! Ich habe nach dem Essen immer ganz schön…

  • #Tag 11

    Wie wird sich mein Leben ohne die Bulimie im besten Fall verändern? Zwischenmenschlich? Finanziell? Emotional? Welch schöne Aufgabe 🙂Ich glaube die positiven Aspekte sind gefühlt endlos.Ich könnte mich endlich auf die Menschen die mich umgeben konzentrieren, mich auf den Anlass fokussieren. Ich würde körperlich und physisch an Festen, Feiern, Geburtstagen, Feiertagen teilnehmen und müsste mich…

  • #Tag 39/40

    8:37 und ich bin schon seit fast 2 Stunden wach. Klar und unverkatert. Ich bin jedes mal dankbar über dieses Lebensgefühl. Jemand der nicht regelmäßig den Tag zuvor Unmengen an Alkohol in sich reingeschüttet hat weiß wie hundeelend man sich an solchen Morgen fühlt. Meistens fast den ganzen Tag, bis der Nachschub kommt und den…

  • #Tag 33

    Irgendwie zieht sich die leicht depressive Stimmung noch immer. Ich habe viel über mich und mein soziales Verhalten nachgedacht. Meine Erklärungen klingen wie Ausreden. Von Außen betrachtet wirke ich unzuverlässig auf andere. Dabei bin ich sehr zuverlässig.Ich kann schlecht nein sagen und möchte es am liebsten allen „recht“ machen. Aber warum? Warum kann ich nicht…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert