#Tag 751

Du darfst stolz auf dich sein.
Für all das, was niemand gesehen hat.

Ich glaube, ich habe lange nicht verstanden, was das eigentlich bedeutet.

Ich habe so oft nur auf das geschaut, was mir noch nicht gelungen ist.
Auf das, was ich noch verändern müsste.
Auf die Dinge, bei denen ich dachte: Da bin ich noch nicht weit genug.

Dabei gab es so vieles, das niemand gesehen hat.

Die Gedanken, die ich mit mir selbst ausgetragen habe.
Die Tage, an denen ich funktioniert habe, obwohl es in mir ganz anders aussah.
Die Momente, in denen ich mich selbst verloren und trotzdem irgendwie weitergemacht habe.

Ich habe lange versucht, meinen Wert an Dingen festzumachen, die man messen, sehen oder von außen bestätigen kann.

Heute lerne ich etwas ganz anderes:

Ich darf stolz auf mich sein.
Nicht erst, wenn alles gut ist.
Nicht erst, wenn ich „fertig“ bin.
Sondern auch für jeden kleinen Schritt, den ich gegangen bin, obwohl er schwer war.

Für den Mut, hinzusehen.
Für Entscheidungen, die wehgetan haben.
Für Grenzen, die ich erst lernen musste zu setzen.
Für das Loslassen von Dingen, die mir nicht gutgetan haben.
Und dafür, dass ich langsam beginne, mich selbst nicht mehr gegen mich zu stellen.

Vielleicht ist genau das Heilung:
sich irgendwann selbst für all das zu würdigen, was man viel zu lange klein geredet hat.

Und falls du das gerade selbst hören musst:

Du darfst stolz auf dich sein.
Auch für die Kapitel, von denen niemand weiß. 🤍

Ähnliche Beiträge

  • #Tag 23

    Die Woche ist komisch. Ich fühle mich komisch. Kann meine Gefühle nicht richtig einordnen. Ich tu mich ja immer mit Abschieden schwer. Vielleicht ist es auch der Abschied vom Sommer der auf meine Stimmung drückt. Der Herbst kommt so plötzlich. Vor 2 Tagen noch waren es 30 Grad und jetzt friere ich. Der Wechsel ist…

  • #Tag 769

    Vielleicht musste ich erst wieder lernen, im Kleinen glücklich zu sein. ❤️‍🩹Lange Zeit war mein Leben vor allem eines: im Außen verborgen.Alkohol. Exzesse. Bulimie. Flucht vor mir selbst.Ich war so sehr damit beschäftigt, nichts fühlen zu müssen, dass ich irgendwann auch verlernt hatte, die schönen Dinge wirklich zu fühlen.Heute sind es oft die unscheinbaren Momente,…

  • # immer noch Tag 755

    Ich habe lange geglaubt, ich müsste nur geduldiger sein.Verständnisvoller. Weniger empfindlich.Noch ein bisschen mehr aushalten.Ich kenne dieses Muster.Aus meinen Beziehungen.Aus meiner Sucht.Aus den Jahren mit Alkohol und Bulimie.Immer der Versuch, etwas zu bekommen, was sich nach Liebe, Sicherheit und Halt anfühlt.Und dann habe ich gemerkt:Ich muss nicht um einen Platz im Leben eines Menschen kämpfen.Diesen…

  • Memo an mich selbst

    Für das Mädchen im Schulalter. 🤍 #Tag 747 September 06, 2026 Du warst schon damals ein sehr nachdenkliches Mädchen. Du hast dir vieles zu Herzen genommen.Du hattest feine Antennen für die Stimmung anderer Menschen.Für Blicke.Für Worte.Für das, was andere über dich dachten. Und vielleicht hast du deshalb auch Worte besonders tief in dich aufgenommen. Ich…

  • #Tag 766

    Vielleicht war es nie nur die Sucht. Ich habe lange gedacht, meine größten Herausforderungen wären Alkohol und Essstörung. Fast drei Jahre ohne Alkohol.Über zwei Jahre ohne Essstörung. Ich habe gelernt, auf Alkohol zu verzichten.Und ich habe gelernt, mit etwas umzugehen, auf das ich niemals verzichten kann: Essen. Aber dann habe ich etwas verstanden, das mich…

  • #Tag 43/44

    Schmuddelwetter, der Oktober ist da. Der Abend/die Nacht in Berlin war sehr gut. Wäre mein Kater nicht in Leegebruch gewesen wäre ich auch gerne etwas länger in der Wohnung geblieben. Aber die Sehnsucht hat mich zurück getrieben. Hier ist es auch sehr schön und vor allem ruhiger! Ich habe nach dem Essen immer ganz schön…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert