#Tag 753
❤️ Für all das, was niemand gesehen hat
Es gab Jahre, in denen ich nach außen funktioniert habe.
Gelächelt habe. Weitergemacht habe.
Und niemand wirklich wusste, was hinter dieser Fassade passiert.
Niemand hat die Momente gesehen, in denen ich gegen meine Bulimie gekämpft habe.
Niemand hat gesehen, wie oft Alkohol für mich irgendwann nicht mehr Genuss, sondern Flucht war.
Wie oft ich versucht habe, Gefühle wegzudrücken, die eigentlich gefühlt werden wollten.
Und vielleicht ist genau das die Gefahr bei Süchten:
Sie beginnen nicht immer mit einem großen Knall.
Manchmal schleichen sie sich leise in unser Leben.
Als vermeintliche Hilfe. Als Trost. Als Kontrolle. Als Möglichkeit, für einen Moment nichts fühlen zu müssen.
Bis man irgendwann merkt, dass aus dem Mittel zur Flucht selbst ein Gefängnis geworden ist.
Heute weiß ich:
Nichts, was mich von mir selbst entfernt, kann auf Dauer die Antwort sein.
Ich möchte meine Vergangenheit nicht beschönigen.
Aber ich möchte mich für sie auch nicht mehr verurteilen.
Denn ich habe überlebt, was niemand gesehen hat.
Ich habe mich aus Dingen herausgekämpft, über die ich lange nicht sprechen konnte.
Und ich lerne noch immer, mich nicht mehr betäuben zu müssen, um mit meinem Leben klarzukommen.
Vielleicht ist das auch etwas, woran ich mich selbst immer wieder erinnern muss:
Du darfst stolz auf dich sein.
Nicht nur für das, was andere sehen.
Sondern vor allem für all das, was du ganz allein geschafft hast. ❤️
Und wenn du gerade selbst an einem Punkt stehst, an dem du glaubst, du schaffst es nicht:
Bitte gib dich nicht auf.
Der Weg zurück zu dir selbst mag lang sein.
Aber er ist möglich.
🌿 Du musst nicht perfekt geheilt sein, um stolz darauf sein zu dürfen, dass du heute weitergehst.