#Tag 754

Ich erkenne die Frau kaum wieder, die ich einmal war.

Nicht, weil ich vergessen habe, woher ich komme.
Sondern weil ich endlich weiß, wohin ich möchte.

Mein Weg war nicht gerade.

Ich habe mich in der Liebe verloren.
Ich habe versucht, in anderen Menschen etwas zu finden, was mir selbst lange gefehlt hat.
Ich habe mich an Menschen gebunden, die selbst mit ihren eigenen Abgründen gekämpft haben.
Ich habe getrunken, um nicht fühlen zu müssen.
Ich habe nach Liebe gesucht, nach Nähe, nach einem Zuhause in einem anderen Menschen.

Und irgendwann habe ich verstanden, dass ich mich dabei selbst immer weiter von mir entfernt hatte.

Dann waren da plötzlich wieder Wünsche.
Träume.
Mein Pferd.
Der Wunsch nach einem Leben, das wirklich meines ist.

Und auch dieses Leben war nicht immer leicht.

Es gab Enttäuschungen. Rückschritte. Menschen, die kamen und wieder gingen. Dinge, die ich mir anders gewünscht hätte.

Aber eines habe ich irgendwann gelernt:

Ich muss nicht aufhören zu fallen, um meinen Weg weiterzugehen.
Ich muss nur immer wieder aufstehen und mich für mich entscheiden.

Manchmal begegnet man einem Menschen, der etwas in einem berührt, von dem man dachte, es sei längst verloren.

Und manchmal besteht die eigentliche Aufgabe nicht darin, diesen Menschen festzuhalten – sondern herauszufinden, was diese Begegnung in einem selbst verändert hat.

Vielleicht war nicht alles dafür bestimmt, zu bleiben.

Vielleicht war manches dafür bestimmt, mich wieder zu mir selbst zurückzuführen.

Heute schaue ich zurück und sehe nicht mehr nur die Frau, die so vieles falsch gemacht hat.

Ich sehe eine Frau, die gesucht hat.
Die geliebt hat.
Die gefallen ist.
Die weitergemacht hat.

Und die heute langsam versteht:

Ich muss nirgendwo mehr ankommen, um wertvoll zu sein.
Ich bin bereits auf meinem Weg.

Und genau darauf bin ich stolz.❤️‍🩹

Ähnliche Beiträge

  • #759

    Manchmal begegnen uns Menschen, von denen wir gar nicht wissen, wie wichtig sie einmal für uns werden. Dieser Mensch ist für mich so jemand geworden. Einer, der nicht nur zuhört, sondern sich ehrlich mit mir freut. Der meine kleinen und großen Erfolge mitfeiert, meine Fortschritte sieht und mir das Gefühl gibt, dass ich auf meinem…

  • # Tag 30

    Nun ist er da, der Tag 30!Was habe ich in diesem Monat gegen die Bulimie eingetauscht? Wir haben uns kurz die Frage gestellt „Und? Machen wir weiter?“ NATÜRLICH! Die Frage hat sich uns beiden wohl nicht ernsthaft gestellt. Denn es lohnt sich so sehr. Ich habe wohl nicht mal annähernd die Hälfte an positiven Aspekten…

  • #Tag 742

    August 2, 2026 Mein Pepe ist immer noch an meiner Seite. ❤️ Und vielleicht ist das eines der schönsten Geschenke, die mir das Leben gemacht hat. Ich kann die Jahre, in denen ich ihn durch meine Süchte vernachlässigt habe, nicht zurückdrehen. Und ja, manchmal tut mir das bis heute weh. Aber ich kann heute bei…

  • #Tag 20

    Hallo Liebes Ich im Jahr 2029,Ich bin etwas aufgeregt dir heute am 08.09.2024 zu schreiben. Ich befinde mich aktuell in der 3 Woche ohne FA und anschließendem Erbrechen.Seit über 20 Jahren das erste Mal ohne eine andere „Ersatzdroge“. Quasi komplett clean. Es ist auch das erste Mal dass ich intrinsisch und nur für mich der…

  • #Tag 39/40

    8:37 und ich bin schon seit fast 2 Stunden wach. Klar und unverkatert. Ich bin jedes mal dankbar über dieses Lebensgefühl. Jemand der nicht regelmäßig den Tag zuvor Unmengen an Alkohol in sich reingeschüttet hat weiß wie hundeelend man sich an solchen Morgen fühlt. Meistens fast den ganzen Tag, bis der Nachschub kommt und den…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert