#Tag 19

Und wieder begleitete mich eines meiner größten aktuellen Themen den heutigen Spätsommer Samstag. Das Ausmisten!
Gegen Mittag bin ich in meine Wohnung nach Berlin gefahren um den Inhalt meines Briefkastens zu besichtigen. Zum Glück (noch) keine Post von der Polizei 🙂
Ich habe mich dann in den folgenden 3 Stunden mit dem Ausmisten beschäftigt, festgestellt dass ich so viele Dinge besitze. Vieles sogar doppelt und dreifach. Ich spreche nicht nur vom Horten von Nahrungsmitteln. Seien es Kerzen, Stifte, Bücher, Kosmetik und Kleidung. Das ist mir heute wieder einmal aufgefallen. Ich hatte das Thema auch mit Sina, die mir berichtet ähnliche Verhaltensmuster zu haben. Das auch dieses Verhalten eher ungesund ist. Eben nicht normal.
Wir beide haben festgestellt wie befreiend und gut konsequentes Ausmisten, innerlich aber auch im Außen, wirkt.
Bei mir ist es tatsächlich eine ordentliche Umgebung. Ich merke wie eine aufgeräumte Wohnung sich auf mein Wohlbefinden auswirkt. Klar, vor drei Wochen hatte ich noch gar nicht die restliche Energie dafür.
Aber auch hier gebe ich mir die nötige Zeit. Schritt für Schritt. Es muss nicht alles auf einmal sein.
Zudem ja auch mein neues Essverhalten, oder besser gesagt die Essensmengen physisch und psychisch verarbeitet werden wollen.
Ich ertappe mich nicht gerade selten bei dem Gedanken (nach dem Essen):“Ach komm, du bist so vollgefuttert, du kannst ja kaum atmen. Kotz nur ein bisschen aus. Nur das es dir wieder etwas besser geht.“ Und das Voll-Gefühl ist echt nicht schön! Ich konnte diese Stimme bisher immer gut ignorieren und mir innerlich sagen „Nein! Jetzt nicht!“, und bin raus und hab mir mein Fahrrad geschnappt und bin gut eine Stunde unterwegs gewesen.
Ich rede mir einfach immer wieder ein, dass es in der ersten Zeit normal ist, der Körper sich erst an dieses Gefühl gewöhnen muss, das da jetzt einfach mehr Nahrung da ist die verarbeitet werden darf.
Ich muss schauen wie es dann, wenn ich gefestigter bin, mit den Mahlzeiten für mich optimal ist.
In den den ersten 30 Tagen liegt mein Fokus erstmal nur das Essen bei mir zu behalten und so natürlich wie möglich zu halten. Genügend Nährstoffe zu mir zu nehmen. Ohne Kalorien, Fett oder ähnliches zu berechnen. Hab ich eh noch nie gemacht. Den Feinschliff will ich nach und nach machen. Da gebe ich mir Zeit.
Erstaunlich angenehm empfinde ich auch das wenige Einkaufen. Es stresst mich sogar mittlerweile wenn ich ehrlich bin und vermisse es so überhaupt nicht.
Zu meinen letzten schlimmen Phasen war ich täglich, manchmal sogar bis zu drei mal einkaufen. Allein wenn mich jemand beobachtet hätte… So viel Essen ran zu schleppen. Als würde ich für 4 Personen kochen.
Und dann hatte ich ein mini kurzes Gespräch mit meinem Bruder bezüglich meiner Wohnsituation und das ich gerne noch eine weile länger nicht zurück nach Berlin möchte . Er gab mir sein okay, und ich habe es als echtes ok wahrgenommen. Das tat gut und ich fühle mich erleichtert seinen Segen zu haben und ich muss mir nicht den Kopf zerbrechen.

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