#Tag 1

Gedanken zum „brechen“
Ich wähle bewusst in diesem Post „brechen“, denn das war es damals noch.
Meine ersten Erfahrungen mit dem „brechen“ hatte ich im Alter von ca. 6 Jahren, an die ich mich erinnern kann.
Das allererste Mal war im Kindergarten. Ich hatte Streit mit meiner Freundin, ich war sehr traurig darüber und saß in einem LKW Reifen. Ich hab mir den Finger in den Hals gesteckt und habe erbrochen, in der Hoffnung dass alle sehen wie krank ich bin und meine Freundin und ich uns wieder versöhnen.
Beim zweiten Mal lag ich zum Mittagsschlaf im Bett meiner Eltern. Ich konnte nicht schlafen und habe am Kopfkissenbezug rumgespielt. Ein Knopf war lose und ich hab ihn verschluckt. Ich dachte er richtet in mir ganz großen Schaden an und hab mir den Finger in den Hals gesteckt.
Ich kann mir gut vorstellen, dass ich sehr viel umsorgende Aufmerksamkeit den Rest des Tages von meinen Eltern bekommen habe.
Das erste Mal als ich es dann bewusst getan habe (ca 12/13 Jahre) war nach einem Kinobesuch. Ich durfte mir Popkorn zum Film holen und habe mir, wie Kinder so sind, wenn sie Erlaubnis bekommen, die größte Variante geholt. Meine Begleitung war wohl nicht so begeistert und sagte „Na hoffentlich schaffst du die auch!“ Natürlich war sie zu groß und natürlich wollte ich ihr beweisen dass ich sie schaffe. Danach war mir sooo schlecht und ich war so voll. Zurück Zuhause bin ich abends im Dunkeln in den Hühnerstall meines Opas und hab das Popkorn heimlich ausgekotzt.
Mit der Pubertät bekam ich öfters Äußerungen bezüglich meines Gewichts, natürlich von Frauen. „Ich hätte ja so eine tolle Figur, solle aber ja aufpassen, da ich später bestimmt Probleme bekommen würde diese zu halten.“ Oh wenn ich wieder darüber nachdenke, werde ich so wütend.

Ähnliche Beiträge

  • #Tag 16

    Heute stelle ich mir die Frage auf was ich mir in meinem neuen Leben ohne Essstörung am meisten freue. Tatsächlich, dass ich Jederzeit, okay sagen wir, zu fast jeder Zeit Besuch bei mir empfangen kann, ohne vorher in Panik zu geraten noch aufräumen und putzen zu müssen.Ich freue mich auf Verabredungen, die ich genießen kann,…

  • |

    #Tag 18

    Heute ist ein komischer Tag. Ich bin gereizt, obwohl der Tag nett und schön war und ich diesen Spätsommertag voll ausnutzen konnte.Ich bin ehrlich, heute bin ich schreibfaul, und irgendwie mag ich mich gerade selber nicht. Daher gibt es jetzt nur eine alte indianische Metapher die ich sehr gerne mag. Ein alter Indianer saß mit…

  • #Tag 34

    Ich halte mich wohl eher kurz. Es war ein schöner letzter Spätsommertag. Sehr warm, ich war schön faul und hab herrlich die Sonnenstrahlen genießen können. Ich habe mir zum Abend hin (auch nicht zu spät für meine Begriffe) mein Essen vorbereitet. Damit habe ich oft noch meine Probleme. Ich bin auch Stunden später immer noch…

  • #Tag 15

    Was möchtest du tun, um deine Stunden zu füllen? Das habe ich tatsächlich schon vor Beginn unserer 30 Tages-Reise gemacht. Als wichtig erachte ich auf jeden Fall dass man sich Zeit nimmt und gründlich überlegt was man „Früher“ als „Kind“ gerne gemacht hat. Also bei welcher Tätigkeit man in den FLOW gekommen ist und alles…

  • #Tag 9

    Was ist dir am Gedanken bulimiefrei zu sein unangenehm? Wovor hast du Angst? Was könnte dafür sprechen, dass diese Angst unbegründet ist? Die größte Angst ist mitunter, dass sich das Gefühl der „Maßlosigkeit“ nicht einstellt und ich den Punkt verpasse zu reagieren, wenn die „jetzt ist eh alles egal“ Stimmung kommt.Eine weitere „Angst“ könnte sein,…

  • # Tag 21

    „Entweder bist du für den Rest deines Lebens mit deinem Körper und dem Essen im Krieg; oder du heilst deine negativen Gefühle und Verhaltensweisen. Du bist die einzige Person, die die Macht hat, das zu entscheiden! Dein Glück liegt alleine in deinen Händen.“ Tag 21 und ich fühle mich den ganzen Tag unwohl. Der Blick…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert