24.08.2024 – Tag 7

Heute neigt sich die erste Woche ohne Erbrechen dem Ende zu. By the way: „Erbrechen“ hört sich so medizinisch an. Distanziert. Und irgendwie auch zu harmlos. Das Wort „kotzen“ kommt der Realität viel näher, denn es hört sich ekliger und härter an. Und das beschriebt auch das eigentlich Problem viel besser. Ich halte das Leben zwischendurch nicht aus, ich kann nicht aus meiner Haut, ich ertrage das Chaos in meinem Kopf nicht, und das ist zum kotzen.

Wie war meine Woche? Die ersten Tage waren super easy, ich habe es geschafft, gut für mich zu sorgen, habe regelmäßig und gesund gegessen, mich bewegt. Aber seit der ersten Nacht habe ich schlecht geschlafen, und schlechter Schlaf ist mein Endgegner. Das hat sich auch die ganze Woche hingezogen, und gestern morgen bin ich so was von gerädert aufgewacht, und ich hatte einen fürchterlichen Schädel. Habe mich in meine schlimmsten Trinkzeiten zurückversetzt gefühlt, und hab mich geärgert, dass ich Kopfschmerzen habe, OHNE was getrunken zu haben., Frechheit.

Körperlich ging es mir gestern also richtig mies. Und das hat einen Rattenschwanz hinter sich hergezogen… was ich in der Vergangenheit über mich gelernt habe: wenn es mir körperlich schlecht geht, ist das paradoxerweise für mich ein Trigger. In der älteren Vergangenheit ein Garant dafür zu trinken, und in der jüngeren Vergangenheit ein Garant dafür zu fressen und zu kotzen. Was die Spirale des sich-schlecht-fühlens jedes mal noch befeuert hat. Das kam aber gestern nicht für mich in Frage, ich wollte den Tag ohne meine üblichen Hilfsmittelchen überstehen… ich konnte nicht zum Sport, das hat meine Laune nach unten gezogen. Irgendwann zum Nachmittag habe ich den mentalen Halt verloren, wusste nicht mehr was ich essen soll und was mir gut tut. Lag den halben Tag im Bett, habe geweint, ohne wirklich zu wissen warum. Und habe mir gesagt: halte es aus, es wird wieder besser. Der Tag, die Welt ICH SELBER, habe mich zu Tode genervt, ich habe mich in Selbstmitleid gesuhlt, habe nach Entschuldigungen gesucht, vielleicht doch noch einmal fressen und kotzen zu dürfen…habe aber keine gefunden, die mich überzeugt hat. Und so ging der tag zu Ende. Und ich – zwar immer noch angeschlagen – aber auch stolz ins Bett.

Heute fühle ich mich immer noch nicht fit. Aber die Sonne scheint etwas heller als gestern. Die erste Woche ist fast rum, und ich bleibe auf meinem Weg.

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