#Tag 736


Vor drei Tagen bin ich vom Meer wieder nach Hause gekommen. 🌊

Und irgendwie ist dieser Urlaub noch gar nicht richtig vorbei.

Ich denke immer wieder daran zurück.

An das Meer. An die langen Spaziergänge durchs Wasser. An meine schöne kleine Unterkunft. An die Ruhe. Aber auch an all die Gefühle, die mit diesen vier Tagen verbunden waren.

Vor ein paar Jahren hätte ich so einen Urlaub wahrscheinlich ganz anders erlebt.

Vielleicht wäre ich sogar gefahren. Aber in meinem Kopf wäre vermutlich trotzdem ständig die Sucht mitgereist.

Was esse ich?
Wann esse ich?
Was darf ich essen?
Was passiert danach?
Wie kann ich bestimmte Situationen vermeiden?

Essen war nie einfach nur Essen.

Und Urlaub war deshalb auch nicht einfach nur Urlaub.

Heute ist das anders.

Ich kann wegfahren.
Ich kann essen.
Ich kann genießen.
Ich kann mich auf Menschen freuen.
Ich kann Sehnsucht haben.
Ich kann enttäuscht sein.
Ich kann jemanden sehr vermissen.

Und trotzdem kann ich meinen Tag weiterleben.

Ich kann morgens aufstehen und mich auf das Meer freuen, obwohl in meinem Kopf gleichzeitig ganz andere Dinge stattfinden.

Ich kann jemanden sehen, der mir wichtig ist, und danach wieder meinen eigenen Weg gehen.

Ich kann traurig sein und trotzdem glücklich.

Ich kann Sehnsucht und Leichtigkeit gleichzeitig fühlen.

Ich kann inzwischen vieles gleichzeitig halten.

Und ich glaube, genau das ist eine der Veränderungen, die ich selbst lange gar nicht bemerkt habe.

Früher musste ein Gefühl irgendwie weg.

Heute darf es da sein.

Ich muss nicht jedes unangenehme Gefühl sofort verändern, wegmachen oder davor weglaufen.

Und vielleicht ist das für mich ein Teil von Heilung.

Nicht, dass plötzlich alles leicht ist.

Sondern dass ich mich selbst auch dann nicht mehr verlasse, wenn es gerade nicht leicht ist.

Ich bin vor drei Tagen vom Meer nach Hause gekommen.

Aber ein Stück von mir ist irgendwie noch dort.

Vielleicht, weil ich dort wieder einmal gespürt habe, wie groß mein Leben inzwischen geworden ist.

Und wenn ich daran denke, wo ich einmal war, macht mich das manchmal einfach sprachlos.

Ich habe so lange versucht, irgendwie durch mein Leben zu kommen.

Heute möchte ich es erleben.

Mit allem, was dazugehört.

Mit den schönen Dingen.

Mit den schwierigen.

Mit Liebe.

Mit Sehnsucht.

Mit Freundschaft.

Mit Essen.

Mit meinem Körper.

Mit dem Meer.

Mit mir.

Ich möchte mein Leben nicht mehr nur irgendwie schaffen.

Ich möchte es schmecken.

🌊❤️

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