Memo an mich selbst Für das kleine Mädchen, das ich damals war. 🤍

#Tag 746 Septemer 5, 2026

  • Du warst gerade einmal zwei Jahre alt.
    Und du hast schon geglaubt, nicht mehr gewollt zu sein.
    Du warst im Krankenhaus.
    Und damals war es ganz selbstverständlich, dass Mamas nicht mit ihren kleinen Kindern im Krankenhaus übernachten durften.
    Du musstest dort alleine bleiben. So viele Tage.
    Und du hast deine Mama vermisst.
    So sehr.
    Du warst zwei Jahre alt.
    Du hattest keine Worte für Verlustangst.
    Keine Worte dafür, was es mit einem macht, wenn die wichtigste Person plötzlich nicht mehr da ist.
    Du hattest nur deine Tränen.
    Du hast geweint, weil du deine Mama wolltest.
    Weil du Angst hattest.
    Weil du sie vermisst hast.
    Und irgendwann kamen von einer Krankenschwester die Worte, die sich offenbar tief in dir festgesetzt haben:
    Du seist „zickig“ und „verzogen“.
    Mit zwei Jahren.
    Aber weißt du was?
    Du warst nicht zickig.
    Du warst nicht verzogen.
    Du warst ein kleines Mädchen, das seine Mama vermisst hat.
    Ein kleines Mädchen, das Nähe gesucht hat.
    Sicherheit.
    Geborgenheit.
    Liebe.
    Und vielleicht hat ein Teil von dir damals gelernt:
    Wenn ich weine, bin ich anstrengend.
    Wenn ich jemanden brauche, bin ich zu viel.
    Wenn jemand nicht bei mir ist, bin ich vielleicht nicht gewollt.
    Und ich habe mehr als 30 Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass dieses kleine Mädchen nie verschwunden ist.
    Sie lebt noch immer in mir.
    Und manchmal, wenn ich heute das Gefühl bekomme, nicht geliebt zu werden.
    Wenn jemand sich entfernt.
    Wenn ich Angst habe, jemanden zu verlieren.
    Dann ist sie plötzlich wieder da.
    Dieses kleine Mädchen.
    Mit all ihrer Angst.
    Mit ihrer Sehnsucht.
    Mit dieser alten Frage:
    „Bin ich liebenswert?“
    Viele Jahre habe ich versucht, dieses Gefühl wegzudrücken.
    Ich wollte es nicht fühlen.
    Ich wollte stark sein.
    Heute mache ich etwas anderes.
    Heute nehme ich mein kleines Ich an die Hand.
    Ich streiche ihr über den Kopf.
    Ich bleibe bei ihr.
    Und ich sage:
    „Du bist nicht allein.“
    „Du bist geliebt.“
    „Du bist wertvoll.“
    „Und du musst dich nicht verändern, damit jemand bleibt.“
    Vielleicht kann ich nicht mehr ändern, was dieses kleine Mädchen damals erleben musste. Aber ich kann heute dafür sorgen,
    dass sie damit nicht mehr alleine ist.
    Denn heute bin ich da.
    Für sie.
    Für mich. 🤍

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