đ· Heute habe ich mich selbst eingeladen.
Ich komme gerade aus der Nachtschicht. Und wenn ich an solche Tage frĂŒher denke, fĂŒhlt sich mein heutiges Leben manchmal selbst fĂŒr mich unglaublich weit weg an.
Meine Geschichte mit Essen und meinem eigenen Körper hat lange Zeit bestimmt, was ich durfte und was nicht. Essen war nicht einfach nur Essen. Es war verbunden mit Regeln, Kontrolle und schlechtem Gewissen.
Und auch Alkohol gehörte lange zu meinem Leben. Gerade an solchen Tagen hĂ€tte ich morgens vielleicht ein, zwei GlĂ€ser Wein getrunken, um spĂ€ter nachts arbeiten zu können und gleichzeitig dafĂŒr zu sorgen, dass ich bis dahin wieder nĂŒchtern bin.
Heute mache ich es anders.
Ich bin seit fast drei Jahren nĂŒchtern.
Ich gehe alleine essen.
Ich bestelle mir das, worauf ich Lust habe.
Und ich genieĂe es. Ohne Verbote. Ohne schlechtes Gewissen. Ohne das GefĂŒhl, ich mĂŒsste mir mein Essen oder diesen schönen Moment erst verdienen. â€ïž
Und bevor ich essen gegangen bin, habe ich mir ganz spontan noch eine wunderschöne, filigrane Kette gekauft. Eine kleine Freude, die perfekt zu meinem Outfit passt.
FrĂŒher hĂ€tte ich vielleicht darĂŒber nachgedacht, ob ich das wirklich âbraucheâ.
Heute denke ich:
Warum eigentlich nicht?
Ich darf mir schöne Dinge kaufen.
Ich darf schön essen gehen.
Ich darf mich hĂŒbsch machen.
Ich darf alleine unterwegs sein.
Ich darf mein Leben genieĂen.
Und ich muss nicht darauf warten, dass jemand anderes mir diesen schönen Tag schenkt.
Heute schenke ich ihn mir selbst. đ·
Vielleicht ist genau das fĂŒr mich Heilung:
Nicht mehr stÀndig gegen mich selbst zu kÀmpfen, sondern langsam zu lernen, auf meiner eigenen Seite zu stehen.
Essen darf wieder Genuss sein.
Ein Abend darf nĂŒchtern sein.
Alleine sein darf sich schön anfĂŒhlen.
Und mein Leben darf leicht werden.
Was fĂŒr ein schönes Leben ich mir gerade zurĂŒckhole. â€ïž