#Tag 745

September 5, 2026

Manche Türen sollte man geschlossen lassen.
Es gibt Türen in meinem Leben, für deren Schließung ich sehr lange gebraucht habe.
Die Tür zum Alkohol.
Die Tür zur Bulimie.
Die Tür zu all den Süchten, die irgendwann einmal mein Leben bestimmt haben.
Ich habe diese Türen nicht einfach geschlossen und den Schlüssel weggeworfen.
Ich musste lernen, warum ich überhaupt immer wieder davorstand.
Ich musste lernen, meine Leere auszuhalten.
Meine Gefühle zuzulassen.
Mich selbst auszuhalten – auch an den Tagen, an denen ich mich selbst kaum ertragen konnte.
Und ja… manchmal vermisse ich nicht die Sucht selbst.
Aber ich vermisse vielleicht das Gefühl, das sie mir für einen kurzen Moment gegeben hat.
Betäubt zu sein.
Nichts fühlen zu müssen.
Fliehen zu können.
Heute weiß ich:
Ich möchte nicht mehr zurück zu einem Leben, aus dem ich so verzweifelt heraus wollte.
Denn hinter dieser Tür liegt nicht mein altes Leben.
Dort liegen Scham.
Geheimnisse.
Selbstzerstörung.
Verzweiflung.
Und so viele Menschen, die mit mir gelitten haben.
Vor dieser Tür liegt mein Leben.
Nicht perfekt.
Nicht immer leicht.
Aber echt.
Und deshalb werde ich diese Tür nicht noch einmal öffnen.
Manche Türen schließt man nicht, weil man vergessen hat, was dahinter war.
Sondern weil man endlich verstanden hat, was davor auf einen wartet. ❤️

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